Brötchen
Sauerteigbrötchen über Nacht
Zehn knusprige Brötchen fürs Wochenende. Der Teig wird abends gemacht und reift über Nacht im Kühlschrank.
| 500 g | Dinkelmehl Type 630 |
| 300 g | Wasser, kalt |
| 100 g | aktives Anstellgut (100 %) |
| 10 g | Salz |
| 1 TL | Honig |
Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.
Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.
Alle Zutaten 5 bis 6 Minuten kneten. Dinkel kurz halten, sonst wird der Teig schmierig.
Bei Raumtemperatur gehen lassen, nach 45 Minuten einmal falten.
Den Teig abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.
In 8 Stücke teilen, rund schleifen und auf ein bemehltes Tuch setzen. Ofen auf 230 °C vorheizen.
Einmal längs einschneiden und mit Dampf etwa 20 Minuten backen.
Dinkelteige vertragen kein langes Warten. Die Teiglinge lieber etwas zu früh als zu spät in den Ofen geben.
Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.
Das Klebergerüst von Dinkelmehl Type 630 ist dehnbarer als das von Weizen, aber weniger stabil. Es lässt sich schneller ausbilden und genauso schnell wieder zerstören. Nach 5 bis 6 Minuten ist der Teig glatt, und ab da wird jede weitere Minute Kneten zum Risiko: Die Oberfläche beginnt zu glänzen, der Teig wird schmierig und verliert die Fähigkeit, Gas zu halten.
Deshalb steht im Zeitplan nur eine einzige Faltung nach 45 Minuten. Sie reicht, um den Teig einmal zu ordnen und ihm etwas Spannung zu geben. Mehr Bearbeitung braucht er nicht, und bis 21:00 Uhr darf er bei Raumtemperatur in Ruhe arbeiten.
Mit der Hand geknetet ist das Risiko kleiner als mit der Maschine, weil man spürt, wann der Teig glatt wird. Wer eine Küchenmaschine nutzt, sollte auf niedriger Stufe arbeiten und ab der vierten Minute alle 30 Sekunden hinsehen.
Dinkelgebäck bleibt im Ofen oft blass, weil das Mehl von sich aus wenig von den Zuckern enthält, die beim Backen bräunen. Der Teelöffel Honig gleicht das aus. Die Menge ist so klein, dass die Brötchen nicht süß schmecken, aber groß genug, dass sie bei 230 °C in 20 Minuten eine goldene Farbe bekommen.
Der Honig hat einen zweiten Effekt: Er bindet Wasser und hält die Krume einen halben Tag länger weich. Dinkelbrötchen trocknen von Natur aus schneller aus als Weizenbrötchen, und jede Zutat, die Feuchtigkeit hält, verlängert die Zeit, in der sie gut schmecken.
Mit 300 g Wasser auf 500 g Mehl ist der Teig bewusst nicht zu weich angesetzt. Dinkel nimmt Wasser langsamer auf und gibt es unter Belastung leichter wieder ab. Ein Teig, der nach dem Kneten noch leicht klebrig wirkt, ist nach der Nacht im Kühlschrank meistens genau richtig.
Das Rezept rechnet mit etwa zwei Stunden bei Raumtemperatur und zehn Stunden im Kühlschrank. Steht die Küche im Sommer bei 26 °C, sollte der Teig schon nach 90 Minuten kalt gestellt werden, weil er sonst vor der Nacht übergeht. Im Winter bei 19 °C dürfen es auch zweieinhalb Stunden sein.
Morgens drängt die Zeit mehr als bei Weizenteigen. Die 45 Minuten Stückgare zwischen 7:00 und 7:45 Uhr sind ein Richtwert, der an warmen Tagen auf 30 Minuten schrumpfen kann. Der Hinweis, die Teiglinge lieber etwas zu früh in den Ofen zu geben, ist ernst gemeint: Ein leicht untergarer Dinkelteigling geht im Ofen noch hoch, ein übergarer fällt zusammen und bleibt flach.
Ob die Brötchen vom Blech oder vom Backstein besser werden, hängt vom Ofen ab; mit einem gut vorgeheizten Blech sind die Unterschiede klein. Der Dampf in den ersten Minuten ist dagegen nicht verhandelbar, denn ohne ihn reißt die Kruste, bevor der Schnitt aufgehen kann.
Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.
Ja, bis zu 150 g der 500 g lassen sich durch Dinkelvollkornmehl tauschen. Dann braucht der Teig etwa 20 g Wasser mehr und wird etwas dichter. Ganz aus Vollkorn werden die Brötchen deutlich kompakter, dafür ist das Rezept nicht gedacht.
Fast immer war der Teig zu lange geknetet oder zu lange gegangen. Beides schwächt das Klebergerüst, und die Teiglinge haben im Ofen keinen Halt mehr. Beim nächsten Mal die Knetzeit auf fünf Minuten begrenzen und die Stückgare morgens verkürzen.
Die Brötchen funktionieren auch ohne, sie bleiben nur heller und trocknen etwas schneller aus. Wer keinen Honig verwenden möchte, kann einen Teelöffel Zuckerrübensirup oder Zucker nehmen, der Effekt auf die Farbe ist ähnlich.
Brötchen
Zehn knusprige Brötchen fürs Wochenende. Der Teig wird abends gemacht und reift über Nacht im Kühlschrank.
Brötchen
Kräftige Brötchen mit einem Viertel Roggen. Sie werden in Roggenmehl gewälzt und reißen beim Backen rustikal auf.
Brötchen
Brezeln mit festem Teig, langer Kühlschrankgare und einem Bad in gekochter Natronlösung. Natron ist in der Küche einfacher zu handhaben als echte Brezellauge.