DER SAUERTEIG

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Brote

Dinkelsauerteigbrot

Ein mildes, leicht nussiges Brot aus Dinkelmehl. Dinkel ist empfindlicher als Weizen, deshalb wird der Teig nur kurz bearbeitet und weniger nass geführt.

  • Ergibt1 Laib, etwa 900 g
  • Aktive Zeitca. 25 Minuten
  • Gesamtzeitca. 20 Stunden
  • MehlDinkel
  • PlanungMit Übernacht-Gare
Rundes Dinkelbrot mit heller, bemehlter Kruste, ein Stück angeschnitten (mit AI erstelltes Bild)AI

Zutaten

Menge:

Teig

400 gDinkelmehl Type 630
100 gDinkelvollkornmehl
320 gWasser, etwa 26 °C
100 gaktives Anstellgut (Dinkel oder Weizen, 100 %)
10 gSalz

Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.

Zeitplan und Zubereitung

Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.

  1. Mehle, Wasser und Anstellgut verrühren und 30 Minuten ruhen lassen, dann das Salz einarbeiten.

  2. Nach 30 und nach 60 Minuten einmal rundum dehnen und falten. Dinkel nicht öfter falten, sonst reißt das Gerüst.

  3. Bei etwa 24 °C ruhen lassen, bis der Teig um rund ein Drittel gewachsen ist.

  4. Rund formen, ins bemehlte Gärkörbchen legen und abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

  5. Im vorgeheizten Topf bei 250 °C 20 Minuten mit Deckel, dann ohne Deckel bei 230 °C weitere 20 bis 25 Minuten backen.

So erkennt ihr, dass der Teig bereit ist

  • Nach der Stockgare ist der Teig gewölbt und weich, aber noch nicht flach auseinandergelaufen.
  • Durchgebacken ist das Brot bei mindestens 96 °C im Kern.

Dinkel nimmt weniger Wasser auf als Weizen. Wenn der Teig sehr klebt, beim nächsten Mal 10 bis 20 g Wasser weniger nehmen.

Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.

Zweimal falten, nicht viermal: wie Dinkelkleber reagiert

Dinkel bildet Kleber, der sich weit dehnen lässt, aber wenig Spannung zurückgibt. Wer einen Dinkelteig behandelt wie einen Weizenteig und ihn vier- oder fünfmal faltet, zerreißt dieses Netz, statt es zu stärken. Deshalb nur zwei Runden, nach 30 und nach 60 Minuten, und danach Ruhe. Ihr werdet merken, dass der Teig nach dem zweiten Falten bereits straff genug ist.

Aus demselben Grund ist das Wasser mit 320 g auf 500 g Mehl knapper bemessen als bei einem Weizenbrot, und es kommt mit 26 °C etwas kühler in die Schüssel. Ein nasser, warmer Dinkelteig läuft bei der Stockgare breit, und was einmal breit gelaufen ist, lässt sich durch Formen nicht mehr retten.

Ein Drittel mehr Volumen: warum die Stockgare hier kürzer ausfällt

Bei den meisten Weizenbroten wartet man, bis der Teig um die Hälfte gewachsen ist. Dinkel bekommt nur ein Drittel. Das Gärgas entsteht genauso schnell, nur hält der Teig es schlechter; ein Dinkelteig, der bis zur Hälfte gegangen ist, hat seinen Höhepunkt meist schon hinter sich. Zwischen 13:30 und 17:00 ist bei 24 °C in der Regel der richtige Moment erreicht, in einer kühleren Küche entsprechend später.

Die Nacht im Kühlschrank übernimmt den Rest der Gare, langsam und ohne dass der Laib breitläuft. Am Morgen sollte der Teigling im Körbchen noch leicht gewölbt stehen. Wirkt er flach und fühlt sich beim Antippen wie ein Luftkissen an, war die Stockgare zu lang; dann hilft nur backen und beim nächsten Mal früher formen.

Vollkornanteil, nussiger Geschmack und die Frage nach dem Anstellgut

100 g Dinkelvollkornmehl auf 400 g Type 630 geben dem Brot die leicht nussige Note, die Dinkel von Weizen unterscheidet, ohne die Krume schwer zu machen. Mehr Vollkorn ist möglich, bis etwa 200 g, dann aber mit 10 bis 20 g Wasser mehr, weil die Schalenteile Flüssigkeit binden. Ob Type 1050 statt 630 das Brot verbessert, bleibt offen; es wird dunkler und kräftiger, aber auch dichter.

Das Anstellgut darf aus Weizen sein. Die Kulturen stören sich nicht am Mehl, und der Weizenanteil im fertigen Brot liegt dann bei 50 g von 550 g, das schmeckt niemand heraus. Wer ein reines Dinkelbrot will, füttert sein Weizen-Anstellgut vorher zwei- oder dreimal mit Dinkelmehl, dann ist der Wechsel vollzogen.

Die Krume dieses Brots ist feinporiger und weicher als bei einem Weizenlaib. Das macht es zum Brot für Marmelade und Honig am Morgen, zu Käse und Butter passt es ebenso. Es trocknet etwas schneller aus als Weizenbrot; ab dem dritten Tag ist es getoastet am besten.

Fragen zu diesem Rezept

Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.

Kann ich das Dinkelbrot auf dem Blech statt im Topf backen?

Ja, mit einer Schale Wasser auf dem Ofenboden für den Dampf. Weil Dinkelteig weniger Stand hat, läuft der Laib auf dem Blech etwas breiter als im Topf; ein Backstein oder ein mitgeheiztes Blech hilft, damit der Boden sofort Hitze bekommt. Die Backzeit bleibt bei 40 bis 45 Minuten.

Warum klebt mein Teig trotz der geringen Wassermenge so stark?

Dinkelmehle unterscheiden sich stark darin, wie viel Wasser sie aufnehmen. Beim nächsten Versuch 20 g Wasser zurückhalten und erst nach dem ersten Falten entscheiden, ob sie nötig sind. Beim Falten helfen nasse Hände mehr als zusätzliches Mehl.

Lässt sich der Teig ohne Kühlschrank am selben Tag fertig backen?

Ja. Nach dem Formen den Laib bei Raumtemperatur 45 bis 60 Minuten gehen lassen, bis eine Delle mit dem Finger nur langsam zurückkommt, dann wie angegeben backen. Der Geschmack wird milder als nach der Nacht im Kühlschrank, und die Kruste reißt beim Einschneiden weniger sauber.

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