Brote
Einfaches Weizensauerteigbrot
Ein heller Laib mit kräftiger Kruste und offener Krume, für alle, die zum ersten Mal Sauerteigbrot backen. Der Teig ruht über Nacht im Kühlschrank, gebacken wird am nächsten Morgen.
| 200 g | mehligkochende Kartoffeln, gekocht, ausgekühlt, gepresst |
| 450 g | Weizenmehl Type 550 |
| 230 g | Wasser, etwa 28 °C |
| 100 g | aktives Anstellgut (Weizen, 100 %) |
| 11 g | Salz |
Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.
Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.
Alle Zutaten 6 bis 8 Minuten kneten. Der Teig wirkt anfangs fest und wird durch die Kartoffeln beim Kneten weicher.
Zweimal im Abstand von 45 Minuten dehnen und falten.
Weiter gehen lassen, bis das Volumen um etwa die Hälfte gewachsen ist.
Rund formen, im Körbchen über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Bei 240 °C mit Dampf 15 Minuten, dann bei 210 °C weitere 30 Minuten backen.
Die Kartoffeln vollständig auskühlen lassen. Warme Kartoffeln machen den Teig klebrig und beschleunigen die Gare.
Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.
Die Sorte ist hier keine Nebensache. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen beim Pressen zu einer trockenen, flockigen Masse, die sich beim Kneten vollständig im Teig verteilt. Festkochende bleiben in Stückchen, die später als feuchte Nester in der Krume sitzen. Durch die Presse gedrückt statt gestampft gibt es keine Klümpchen, die beim Kneten Mehl um sich sammeln.
Die Kartoffelstärke bindet Wasser und gibt es nur langsam wieder ab. Deshalb bleibt die Krume weich und saftig, lange nachdem ein reines Weizenbrot trocken geworden wäre. Mit 200 g auf 450 g Mehl liegt der Anteil so, dass man die Kartoffel schmeckt, ohne dass das Brot klitschig wird; bei 300 g würde der Laib flacher und die Krume gummiartig.
Auf dem Papier ist dieser Teig mit 230 g Wasser auf 450 g Mehl ungewöhnlich trocken. Die Kartoffeln bestehen aber zum Großteil aus Wasser und geben es beim Kneten nach und nach frei. Darum wirkt der Teig in den ersten zwei Minuten wie ein Mürbeteig und ist nach 6 bis 8 Minuten weich und leicht klebrig. Wer in der ersten Minute Wasser nachgießt, hat am Ende einen Teig, der sich nicht mehr formen lässt.
Zwei Faltrunden im Abstand von 45 Minuten reichen, weil der Teig durch das Kneten schon Struktur hat. Die Stockgare bis etwa 18:00 verläuft wie bei einem hellen Weizenbrot; kalte Kartoffeln sind dabei die Voraussetzung, denn warme Kartoffeln treiben die Teigtemperatur hoch, und die Gare läuft davon.
Ihr merkt den Unterschied zu anderen Teigen beim Formen: Kartoffelteig ist weich und zugleich glatt, fast wie ein Hefeteig mit Butter. Er lässt sich mit wenig Mehl rund wirken und bekommt im Körbchen eine schöne Spannung.
Das Rezept backt frei auf dem Stein mit Dampf statt im Topf, bei 240 °C statt 250 °C. Kartoffelteig bräunt durch den Zucker der Kartoffel schneller, und bei 250 °C würde die Kruste dunkel, bevor der Kern die 96 °C erreicht hat. Im Topf funktioniert es trotzdem: 15 Minuten mit Deckel bei 240 °C, dann 30 Minuten ohne Deckel bei 210 °C.
Die Kruste eines Kartoffelbrots wird nie so hart wie die eines Weizensauerteigbrots, sie bleibt dünn und wird beim Auskühlen weich. Das ist bei diesem Brot richtig und macht es zum besten Brot für belegte Scheiben, Toast und Sandwiches. Es hält auf dem Brett vier bis fünf Tage, in Scheiben eingefroren Monate.
Am Morgen angeschnitten, ist die Krume noch dicht und feucht; nach dem Auskühlen bis zum Mittag ist sie elastisch und zeigt feine, gleichmäßige Poren. Als Beilage zu Suppe, zum Grillen oder als Grundlage für Käsetoast macht das Brot eine bessere Figur als die meisten hellen Laibe. Ob Rosmarin oder geröstete Zwiebeln in diesen Teig gehören, ist Geschmackssache und soll hier nicht entschieden werden.
Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.
Nur, wenn es ohne Milch und Butter zubereitet wurde. Fett und Milch verändern Krume und Gare, und das Salz im Püree lässt sich nicht herausrechnen. Trockene Pellkartoffeln vom Vortag, geschält und gepresst, sind der sichere Weg.
Ein leichtes Kleben ja, ein Teig, der an den Fingern hängen bleibt, nein. Meist waren die Kartoffeln noch warm oder zu nass; nach dem Kochen sollten sie abdampfen und vollständig auskühlen. Beim Falten helfen nasse Hände, nachträgliches Mehl macht die Krume trockener.
Ja, der Teig passt in eine Form von 25 bis 30 cm. Nach der Stockgare länglich formen, in die gefettete Form legen und über Nacht kühlen; gebacken wird ohne Dampf 45 Minuten bei 220 °C. Die Scheiben werden gleichmäßig, gut für Toast.
Brote
Ein heller Laib mit kräftiger Kruste und offener Krume, für alle, die zum ersten Mal Sauerteigbrot backen. Der Teig ruht über Nacht im Kühlschrank, gebacken wird am nächsten Morgen.
Brote
Ein Brot aus 70 % Roggen und 30 % Weizen, wie es in vielen Regionen Deutschlands auf dem Abendbrottisch liegt. Der Roggensauerteig reift über Nacht.
Brote
Ein mildes, leicht nussiges Brot aus Dinkelmehl. Dinkel ist empfindlicher als Weizen, deshalb wird der Teig nur kurz bearbeitet und weniger nass geführt.