DER SAUERTEIG

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Pizza & Fladen

Pizza mit Sauerteig

Drei Teiglinge für runde Pizzen mit luftigem Rand. Die kalte Reife im Kühlschrank bringt Aroma und macht den Teig gut planbar.

  • Ergibt3 Pizzen à etwa 30 cm
  • Aktive Zeitca. 30 Minuten
  • Gesamtzeit1 bis 2 Tage
  • MehlWeizen
  • PlanungMit Übernacht-Gare
Runde Pizza Margherita mit luftigem, gesprenkeltem Rand auf einem Holzschieber (mit AI erstelltes Bild)AI

Zutaten

Menge:

Teig

500 gWeizenmehl Tipo 00 oder Type 550
325 gWasser, kalt
100 gaktives Anstellgut (Weizen, 100 %)
13 gSalz
10 gOlivenöl

Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.

Zeitplan und Zubereitung

Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.

  1. Mehl, 300 g Wasser und Anstellgut verrühren, 30 Minuten ruhen lassen, dann Salz, restliches Wasser und Öl einarbeiten.

  2. In der ersten Stunde zweimal dehnen und falten, danach abgedeckt bei Raumtemperatur ruhen lassen.

  3. In drei gleiche Stücke teilen, straff rund formen und in eine geölte Dose legen.

  4. Verschlossen im Kühlschrank reifen lassen.

  5. Die Teiglinge aus dem Kühlschrank nehmen. Den Ofen mit Pizzastein oder -stahl so heiß wie möglich vorheizen.

  6. Mit den Fingern von der Mitte nach außen flach drücken, den Rand nicht plätten, belegen und 6 bis 8 Minuten backen.

So erkennt ihr, dass der Teig bereit ist

  • Nach der Stockgare ist der Teig um etwa ein Drittel gewachsen und zeigt Bläschen.
  • Gut akklimatisierte Teiglinge sind weich, haben sich leicht ausgebreitet und lassen sich ohne Zurückziehen dehnen.

Weniger Belag hilft: Der Boden bleibt knusprig, wenn Tomate und Käse sparsam verteilt werden.

Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.

Warum die Teiglinge ein bis zwei Tage im Kühlschrank liegen

Bei etwa 5 °C arbeitet der Sauerteig nur noch sehr langsam. Die Hefen treiben kaum, die Säurebildung läuft gebremst weiter, und die Enzyme im Mehl haben Zeit, Stärke und Eiweiß aufzuschließen. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Pizzateig, der nach Mehl schmeckt, und einem, der nach etwas schmeckt.

Nach 24 Stunden sind die Teiglinge mild, leicht nussig und noch recht straff. Nach 48 Stunden ist der Geschmack deutlich tiefer, die Säure spürbar, und der Rand bekommt beim Backen die dunklen Sprenkel, die man aus guten Pizzerien kennt. Der Teig ist dann aber auch weicher und verzeiht weniger.

Der zweite Vorteil ist die Planbarkeit. Die Stockgare am ersten Tag läuft von 10:30 bis 14:00 Uhr, danach übernimmt der Kühlschrank. Ob ihr am nächsten Mittag oder erst am übernächsten Abend backt, entscheidet ihr spontan, ohne dass der Teig dabei kippt.

Mehl, Wasser und das bisschen Öl

Tipo 00 ist ein sehr fein ausgemahlenes Weizenmehl mit dehnbarem Kleber, das sich ohne Widerstand zum dünnen Boden ziehen lässt. Type 550 hat etwas mehr Schalenanteil, der Boden wird minimal rustikaler und bräunt schneller.

Das Verhältnis liegt bei 65 Prozent Wasser auf das Mehl, mit dem Wasseranteil aus den 100 g Anstellgut sind es knapp 68. Für eine runde Pizza aus dem Haushaltsofen ist das ein guter Mittelwert: nass genug für einen luftigen Rand, trocken genug, damit sich der belegte Boden noch vom Schieber löst.

Die 10 g Olivenöl sind wenig und bewusst so bemessen. Sie machen den Teig geschmeidiger und die Unterseite zarter, ohne dass der Rand seine Spannung verliert.

Wenn kein Stein und kein Stahl im Haus ist

Ein Pizzastein speichert Hitze und gibt sie schlagartig an den Boden ab, deshalb reichen im Rezept 6 bis 8 Minuten. Ohne Stein hilft ein umgedrehtes, schweres Backblech, das mindestens 45 Minuten auf höchster Stufe mitgeheizt wird. Die Pizza braucht darauf ein paar Minuten länger, und der Boden bleibt heller.

Eine zweite Möglichkeit ist die Pfanne: den ausgezogenen Teig in eine sehr heiße, trockene Gusspfanne legen, belegen und die Pfanne dann unter den vorgeheizten Grill schieben. Unter dem Grill wechselt der Rand innerhalb einer Minute von goldbraun zu schwarz, also dabeibleiben.

Ob ein Stahl dem Stein überlegen ist, bleibt eine Diskussion für sich, die hier nicht entschieden werden muss. Entscheidend ist in jedem Fall die lange Vorheizzeit, nicht das Material.

Wo der Teig Ärger macht

Zieht sich der Teigling beim Ausdrücken immer wieder zusammen, war er noch zu kalt. Die zwei Stunden zum Akklimatisieren sind keine Verhandlungssache; in einer kühlen Küche dürfen es auch drei sein.

Reißt der Teig dagegen schon beim Anheben, ist er über die Reife hinaus, meist nach 48 Stunden in einem zu warmen Kühlschrank. Dann lieber kleiner ausziehen und den Rand etwas dicker lassen. Klebt der Teigling am Schieber, lag zu wenig Grieß darunter oder der Belag zu lange darauf.

Fragen zu diesem Rezept

Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.

Kann ich die Teiglinge auch länger als 48 Stunden aufheben?

Länger als zwei Tage wird der Teig im Kühlschrank säuerlicher und schlaffer, der Rand geht beim Backen weniger hoch. Besser ist es, überzählige Teiglinge nach 24 Stunden Kühlung einzeln in Dosen einzufrieren. Zum Backen über Nacht im Kühlschrank auftauen und wie gewohnt zwei Stunden akklimatisieren.

Warum steht im Rezept kaltes Wasser?

Der Teig wird nach dem Mischen dreieinhalb Stunden bei Raumtemperatur geführt, und kaltes Wasser bremst den Start. So kommt er in der Stockgare nicht zu weit und hat im Kühlschrank noch Reserven.

Wie dünn darf der Boden werden?

In der Mitte etwa 3 mm, der Rand bleibt fingerdick und wird nie geplättet. Dünner wird der Boden auf dem Stein schnell zum Cracker, dicker bleibt die Mitte unter dem Belag teigig.

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