DER SAUERTEIG

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Brote

Weizenvollkorn-Sauerteigbrot

Ein herzhaftes Brot mit 60 % Weizenvollkornmehl. Vollkorn bindet viel Wasser, eine lange Quellzeit vor dem Salz macht den Teig geschmeidig.

  • Ergibt1 Laib, etwa 950 g
  • Aktive Zeitca. 30 Minuten
  • Gesamtzeitca. 24 Stunden
  • MehlWeizen
  • PlanungMit Übernacht-Gare
Dunkles Vollkornbrot mit eingeschnittener Kruste und angeschnittener Krume (mit AI erstelltes Bild)AI

Zutaten

Menge:

Teig

300 gWeizenvollkornmehl
200 gWeizenmehl Type 550
370 gWasser, etwa 28 °C
100 gaktives Anstellgut (Weizen, 100 %)
11 gSalz

Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.

Zeitplan und Zubereitung

Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.

  1. Beide Mehle mit 350 g Wasser verrühren und eine Stunde abgedeckt quellen lassen.

  2. Anstellgut, Salz und das restliche Wasser einarbeiten, bis der Teig wieder zusammenhält.

  3. Dreimal im Abstand von 30 Minuten dehnen und falten.

  4. Bei etwa 24 °C gehen lassen, bis der Teig um rund die Hälfte gewachsen ist.

  5. Länglich formen, ins Körbchen legen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

  6. Im Topf 20 Minuten mit Deckel bei 250 °C, dann 25 Minuten ohne Deckel bei 230 °C backen.

So erkennt ihr, dass der Teig bereit ist

  • Vollkornteig wirkt immer etwas dichter. Achtet auf die gewölbte Oberfläche und Bläschen am Schüsselrand.
  • Fertig gebacken klingt das Brot beim Klopfen auf den Boden hohl.

Vollkornmehl gärt schneller als helles Mehl. Wenn der Teig früher als angegeben so weit ist, lieber früher formen.

Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.

Eine Stunde Quellen vor dem Salz: wozu die Autolyse im Vollkornteig dient

Vollkornmehl enthält die Schale des Korns, und diese Kleie braucht Zeit, um Wasser aufzunehmen. Werden Mehl und 350 g Wasser eine Stunde lang ohne Salz und Anstellgut stehen gelassen, erledigt sich das von selbst: Die Kleie wird weich, der Kleber beginnt sich zu bilden, und der Teig fühlt sich danach geschmeidig an statt körnig. Ohne diese Stunde müsste man deutlich länger kneten und würde die scharfkantigen Schalenteile dabei durch das Klebernetz ziehen.

Salz und Anstellgut kommen erst um 13:00 mit den restlichen 20 g Wasser dazu. Das Salz würde die Quellung bremsen, das Anstellgut die Gärung zu früh starten. Beides lässt sich mit nassen Händen in den weichen Teig einarbeiten, bis er wieder zusammenhält.

76 % Wasser und ein Teig, der dichter wirkt, als er ist

370 g Wasser plus der Anteil aus dem Anstellgut, bezogen auf 550 g Mehl, ergeben rund 76 % Hydration, mehr als beim hellen Weizenbrot. Die Kleie nimmt diesen Mehranteil auf; der Teig fühlt sich trotzdem fester an als ein heller Teig mit weniger Wasser. Lasst euch davon nicht täuschen und gebt kein zusätzliches Wasser dazu, sonst läuft der Laib breit.

Vollkorn gärt schneller, weil es den Kulturen mehr Nahrung bietet. Die Stockgare bis etwa 18:00 ist ein Richtwert; in einer 25 °C warmen Küche kann der Teig um die Hälfte gewachsen sein, bevor die dritte Faltrunde ansteht. Dann wird früher geformt. Wer sich nach der Uhr richtet und den Teig überreif in den Kühlschrank stellt, bekommt am Morgen einen Teigling, der beim Stürzen in die Breite geht.

Die drei Faltrunden zwischen 13:30 und 15:00 sind bei diesem Teig wichtiger als beim hellen Brot. Die Schalenteile schneiden das Klebernetz immer wieder an, und jedes Falten ordnet es neu. Danach bleibt der Teig in Ruhe, bis er gewölbt ist und am Rand Bläschen zeigt.

Länglicher Laib, kräftige Kruste: Backen, Aufbewahren, Geschmack

Das Rezept formt länglich; im Topf heißt das, einen ovalen Bräter zu nehmen oder den Laib so zu formen, dass er in den runden Topf passt. Die Kruste eines Vollkornbrots wird dunkler als die eines hellen Brots, weil die Kleie schneller bräunt. Nach 20 Minuten mit und 25 Minuten ohne Deckel ist sie dick und kräftig, so soll es sein.

Dieses Brot ist am zweiten Tag besser als am ersten. Die Krume ist dann fester, der leicht nussige Geschmack des Vollkorns tritt deutlicher hervor und die Scheiben lassen sich dünner schneiden. Es hält vier bis fünf Tage, ohne auszutrocknen, und passt zu allem Herzhaften, von Schinken bis zu kräftigem Käse. Ob ein Anteil von 20 % Dinkelvollkorn das Aroma noch verbessert, bleibt hier offen.

Fragen zu diesem Rezept

Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.

Kann ich 100 % Vollkornmehl verwenden?

Ja, dann 20 bis 30 g Wasser mehr und eine Stunde Quellzeit mehr. Das Brot wird dichter und kleiner, der Geschmack kräftiger. Die 200 g Type 550 im Rezept sind der Kompromiss, der eine offene Krume mit dem Vollkorngeschmack verbindet.

Warum schmeckt mein Vollkornbrot bitter?

Vollkornmehl wird mit der Zeit ranzig, weil der Keimling Fett enthält. Mehl, das länger als ein paar Monate offen stand, schmeckt bitter und wird im Brot nicht besser. Vollkornmehl in kleinen Mengen kaufen, kühl und dunkel lagern oder frisch mahlen.

Mein Teig war schon um 15:00 um die Hälfte gewachsen. Soll ich trotzdem bis 18:00 warten?

Nein, der Teig gibt den Takt vor, nicht der Zeitplan. Sofort formen und in den Kühlschrank stellen; die Nacht übernimmt den Rest. Beim nächsten Mal mit 80 g statt 100 g Anstellgut arbeiten oder kälteres Wasser nehmen, dann rückt die Stockgare näher an die angegebene Zeit.

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