Brote
Einfaches Weizensauerteigbrot
Ein heller Laib mit kräftiger Kruste und offener Krume, für alle, die zum ersten Mal Sauerteigbrot backen. Der Teig ruht über Nacht im Kühlschrank, gebacken wird am nächsten Morgen.
| 300 g | Weizenvollkornmehl |
| 200 g | Weizenmehl Type 550 |
| 370 g | Wasser, etwa 28 °C |
| 100 g | aktives Anstellgut (Weizen, 100 %) |
| 11 g | Salz |
Beim Halbieren oder Verdoppeln ändern sich die Grammangaben und der Hinweis bei „Ergibt“; Stückzahlen und Löffelmaße bitte selbst anpassen.
Die Uhrzeiten sind ein Beispiel. Wer später anfängt, verschiebt alles um dieselbe Zeit. Hakt erledigte Schritte ab, dann seht ihr, wo ihr steht.
Beide Mehle mit 350 g Wasser verrühren und eine Stunde abgedeckt quellen lassen.
Anstellgut, Salz und das restliche Wasser einarbeiten, bis der Teig wieder zusammenhält.
Dreimal im Abstand von 30 Minuten dehnen und falten.
Bei etwa 24 °C gehen lassen, bis der Teig um rund die Hälfte gewachsen ist.
Länglich formen, ins Körbchen legen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Im Topf 20 Minuten mit Deckel bei 250 °C, dann 25 Minuten ohne Deckel bei 230 °C backen.
Vollkornmehl gärt schneller als helles Mehl. Wenn der Teig früher als angegeben so weit ist, lieber früher formen.
Klappt etwas nicht wie beschrieben? Im Sauerteig-SOS nach der Ursache suchen.
Vollkornmehl enthält die Schale des Korns, und diese Kleie braucht Zeit, um Wasser aufzunehmen. Werden Mehl und 350 g Wasser eine Stunde lang ohne Salz und Anstellgut stehen gelassen, erledigt sich das von selbst: Die Kleie wird weich, der Kleber beginnt sich zu bilden, und der Teig fühlt sich danach geschmeidig an statt körnig. Ohne diese Stunde müsste man deutlich länger kneten und würde die scharfkantigen Schalenteile dabei durch das Klebernetz ziehen.
Salz und Anstellgut kommen erst um 13:00 mit den restlichen 20 g Wasser dazu. Das Salz würde die Quellung bremsen, das Anstellgut die Gärung zu früh starten. Beides lässt sich mit nassen Händen in den weichen Teig einarbeiten, bis er wieder zusammenhält.
370 g Wasser plus der Anteil aus dem Anstellgut, bezogen auf 550 g Mehl, ergeben rund 76 % Hydration, mehr als beim hellen Weizenbrot. Die Kleie nimmt diesen Mehranteil auf; der Teig fühlt sich trotzdem fester an als ein heller Teig mit weniger Wasser. Lasst euch davon nicht täuschen und gebt kein zusätzliches Wasser dazu, sonst läuft der Laib breit.
Vollkorn gärt schneller, weil es den Kulturen mehr Nahrung bietet. Die Stockgare bis etwa 18:00 ist ein Richtwert; in einer 25 °C warmen Küche kann der Teig um die Hälfte gewachsen sein, bevor die dritte Faltrunde ansteht. Dann wird früher geformt. Wer sich nach der Uhr richtet und den Teig überreif in den Kühlschrank stellt, bekommt am Morgen einen Teigling, der beim Stürzen in die Breite geht.
Die drei Faltrunden zwischen 13:30 und 15:00 sind bei diesem Teig wichtiger als beim hellen Brot. Die Schalenteile schneiden das Klebernetz immer wieder an, und jedes Falten ordnet es neu. Danach bleibt der Teig in Ruhe, bis er gewölbt ist und am Rand Bläschen zeigt.
Das Rezept formt länglich; im Topf heißt das, einen ovalen Bräter zu nehmen oder den Laib so zu formen, dass er in den runden Topf passt. Die Kruste eines Vollkornbrots wird dunkler als die eines hellen Brots, weil die Kleie schneller bräunt. Nach 20 Minuten mit und 25 Minuten ohne Deckel ist sie dick und kräftig, so soll es sein.
Dieses Brot ist am zweiten Tag besser als am ersten. Die Krume ist dann fester, der leicht nussige Geschmack des Vollkorns tritt deutlicher hervor und die Scheiben lassen sich dünner schneiden. Es hält vier bis fünf Tage, ohne auszutrocknen, und passt zu allem Herzhaften, von Schinken bis zu kräftigem Käse. Ob ein Anteil von 20 % Dinkelvollkorn das Aroma noch verbessert, bleibt hier offen.
Was beim Nachbacken am häufigsten gefragt wird. Für alles andere gibt es das Sauerteig-SOS.
Ja, dann 20 bis 30 g Wasser mehr und eine Stunde Quellzeit mehr. Das Brot wird dichter und kleiner, der Geschmack kräftiger. Die 200 g Type 550 im Rezept sind der Kompromiss, der eine offene Krume mit dem Vollkorngeschmack verbindet.
Vollkornmehl wird mit der Zeit ranzig, weil der Keimling Fett enthält. Mehl, das länger als ein paar Monate offen stand, schmeckt bitter und wird im Brot nicht besser. Vollkornmehl in kleinen Mengen kaufen, kühl und dunkel lagern oder frisch mahlen.
Nein, der Teig gibt den Takt vor, nicht der Zeitplan. Sofort formen und in den Kühlschrank stellen; die Nacht übernimmt den Rest. Beim nächsten Mal mit 80 g statt 100 g Anstellgut arbeiten oder kälteres Wasser nehmen, dann rückt die Stockgare näher an die angegebene Zeit.
Brote
Ein heller Laib mit kräftiger Kruste und offener Krume, für alle, die zum ersten Mal Sauerteigbrot backen. Der Teig ruht über Nacht im Kühlschrank, gebacken wird am nächsten Morgen.
Brote
Ein Brot aus 70 % Roggen und 30 % Weizen, wie es in vielen Regionen Deutschlands auf dem Abendbrottisch liegt. Der Roggensauerteig reift über Nacht.
Brote
Ein mildes, leicht nussiges Brot aus Dinkelmehl. Dinkel ist empfindlicher als Weizen, deshalb wird der Teig nur kurz bearbeitet und weniger nass geführt.